Dienstag, 20. November 2012

Baumhaus

Ca. 10 Kinder aus unserer Siedlung hatten einen ganzen Tag lang an einem Baumhaus gebaut. Ein Nachbar hat Bretter gespendet, ein Kind kam mit einer Leiter, damit auch Kinder hoch kommen, die das mit dem Klettern nicht so hinkriegen, von uns kamen Nägel, Hämmer und Säge. Die haben sich echt Mühe gegeben, haben endlich alle zusammen gespielt und bis weit in die Dunkelheit hinein gebaut. Alter: 5-9 Jahre. Stolz wie Bolle, als die ersten Bretter fest waren, leuchtende Kinderaugen.

Am nächsten Tag wurde das Bauen von einem Nachbarn verboten. Heute nun sind alle Bretter abmontiert worden. Ich hätte fast geweint. Sollen die Kinder lieber am Bahnhof rumgammeln oder auf dumme Gedanken kommen? Das ist doch alles harmlos. Warum läßt man ihnen die Freude nicht? Es hat auch alle zusammen geschweißt - Jungs und Mädchen, Groß und Klein.

Dazu paßt, daß JEDEN Sommer unsere Stockrosen vor dem Haus abgebrochen werden, wenn sie kurz vor der Blüte sind. Jedes Jahr wieder. Da kann man die Uhr nach stellen. Auch werden Stöcker in unser Beet gelegt und Löwenzahn auf die Fußmatte. Eigentlich will ich hier weg. Aber es gibt im Moment keine Alternative, denn die Kinder haben hier ihre Freunde und fühlen sich in den Schulen wohl.

Und es gibt ja auch nette Leute hier in der Reihenhaussiedlung.

Kommentare:

  1. Man, wie kann denn der Nachbar das einfach so verbieten? War das auf seinem Grundstück?

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  2. Hallo ja es ist schlimm wie mit Kindern umgegangen wird Herz für Kinder das ist in Deutschland wohl klein geschrieben.Aber tröste dich ich hatte Heute auch so ein Erlebniss und bin so sauer aber man kommt gegen solche menschen nicht an .Trösste dich ein wenig und schick dir einen ganz herzlichen gruß Karin

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  3. Liebe Elke,

    das sind Rasenflächen, die zwischen den Reihenhausreihen sind und allen "gehören". Und darauf stehen Bäume. Manche würden am liebsten gar keine Kinder auf diesen Rasenflächen sehen. Es wurden vor etlichen Jahren sogar extra Dornenbüsche gepflanzt, damit dort kein Fußball gespielt werden kann. Andere sind da toleranter bzw. unterstützen das Spielen sogar (der Nachbar mit dem Holz - er hat auch eine Strickleiter an einen anderen Baum gebaut, damit die Kinder auf den Baum klettern könnnen).

    Und liebe Karin, vielen Dank für Deinen Zuspruch, das hat mir gut getan. Ich war heute echt traurig für die Kinder, die haben sich so viel Mühe gegeben.

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  4. wäre vielleicht sinnvoll für die Vögel ( im Kopf dieser Menschen ) ein Vogelhaus zu bauen

    damit sie gut über den Winter kommen.

    Es gibt Menschen in diesem unserem Lande die haben nicht nur einen Vogel im Kopf.

    ich wünsche Euch viele Grüße und lasst Euch nicht unterbuttern.

    lb Grüße Marianne H.

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  5. Au ja, das ist eine gute Idee! Wir hängen Vogelhäuser auf, fangen die Piepmätze ein, damit sie nicht in die Köpfe zurückkönnen und haben jede Menge Spaß mit ihnen! Und der vogellose Mensch hat dann ja vielleicht sogar Spaß mit den Kindern...

    Liebe Grüße und danke für den Kommentar,

    Christiane

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  6. Liebe Christiane, das ist wirklich schade, weil die Kinder ja heute ohnehin viel eingeschränktere Möglichkeiten haben, sich auszuprobieren. Aber das ist der Fluch der Kleinstadtsiedlungen/Gemeinschaftsflächen. Bei uns sind an der Straße gut 20 Häuser, aber in jedem mindestens zwei Kinder, da ist das noch entspannter. Aber irgendeinem passt immer etwas nicht...
    Liebe Grüße, Andreas

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  7. Lieber Andreas,

    tja, da hast Du wohl Recht. Wohnen viele Leute zusammen, ist es nicht immer leicht. Und das wird überall so sein. Aber so etwas macht einen doch traurig. Es wäre schöner, wenn man unbeschwerter zusammen leben könnte. Ich bin auch noch nie auf die Idee gekommen, anonym an den Gärten von anderen Leuten Korrekturen vorzunehmen, die mir selbst besser in den Kram passen oder Sachen kaputt zu machen, die Kinder gebaut haben.

    Vielen Dank jedenfalls für Dein Mitgefühl.

    Liebe Grüße, Christiane

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